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Berghütten

Blogartikel: Neue Seilbahn auf die Zugspitze



Neue Seilbahn auf die Zugspitze

30.12.2017

Letzte Woche hat die neue große Kabinenbahn auf Deutschlands höchsten Berg ihren Betreib aufgenommen. Nach nur 3 Jahren Planung und 3 Jahren Bauzeit wurde ein Projekt der Superlative fertiggestellt. Dabei wurden gleich zwei Weltrekorde überboten. So überwindet die Bahn mehr als 3200 m freies Feld zwischen Stützpfeiler und Bergstation. Der 127 m hohe Stützpfeiler ist der höchste der Welt in Stahlbauweise. Einen Rekord stellt auch der Höhenunterschied von 1945 m dar. Bis zu 600 000 Fahrgäste kann die neue Bahn in der Stunde auf den Berg transportieren. Unter widrigsten Witterungsbedingungen, bei Sturmböen, Schnee und Temperaturen oft weit unter dem Gefrierpunkt hatten die Arbeiter zu kämpfen. Bedingt durch die stolzen Baukosten von rund 50 Millionen Euro ist es dann auch nicht verwunderlich, dass dafür die Fahrpreise angehoben werden mussten: im Sommer kostet die Berg- und Talfahrt 45 Euro.

Nun kann man sich streiten, ob die hohen Baukosten berechtig sind. Jeder, der in der Hochsaison schon mal mit Anstehen und Warten sowie Fahrzeit mehr als 5 Stunden für die Berg- und Talfahrt verbracht hat, wird zustimmen, dass sich etwas ändern musste. Tourismusexperten argumentieren, dass sich jeder investierte Euro auszahlen wird, indem die Übernachtungszahlen und Tagesausflügler entsprechen ansteigen werden und den Tourismus ankurbeln. Auf der anderen Seite melden sich die Gegner zu Wort, die die starke Erschließung der Berge und die Zerstörung der Natur anmahnen. Unter dem Hintergrund der Klimaveränderung stellt sich die Frage, ob Investitionen in den Wintertourismus noch zeitgemäß sind. Dort, wo Modernisierungsmaßnahmen auch dem Sommertourismus dienen, erscheinen sie zumindest sinnvoll.