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Berghütten

Blogartikel: LVS-Reminder 2020



LVS-Reminder 2020

31.01.2020

Kaum hat das neue Jahr begonnen, gehen leider immer wieder unerfreuliche Nachrichten über Lawinenabgänge und damit verbundene Unfälle einher. Jeder Bergsportler – egal ob Skitourengeher, Schneeschuhwanderer oder Freerider, muss daher wissen was im Notfall zu tun ist. Unser LVS-REMINDER 2020 soll euch nochmals die wichtigsten Infos aufzeigen und ins Gedächtnis rufen.,

Notfallausrüstung:

- LVS-Gerät (Dreiantennengerät)

- Sonde (mindestens 240 cm lang)

- Schaufel (Metallschaufel mit „Bisskanten“, ausziehbarem Stiel und zur Hacke umrüstbar)

Wichtig:

- Ein ABS-Rucksack ersetzt keine Notfallausrüstung!

- Eine regelmäßige Überprüfung auf Funktionalität sowie das kontinuierliche Üben der Verschüttetensuche (VS) ist unabdingbar!

- VOR Beginn einer Unternehmung im winterlichen Gebirge wird der jeweilige Lawinenlagebericht berücksichtigt!

- VOR Beginn einer jeden Gruppentour wird ein Leiter bestimmt – dies sollte immer das Gruppenmitglied mit der meisten Erfahrung sein!

Lawinenstufen laut Europäischer Lawinengefahrenskala:

1 (grün) gering

2 (gelb) mäßig

3 (orange) erheblich

4 (rot) groß

5 (rot) sehr groß

VS-Check:

Beide Suchfunktionen regelmäßig überprüfen und üben: Sende- und Suchfunktion

- Leiter „Senden“ – Gruppe „Suchen“

- Gruppe „Senden“ – Leiter „Suchen“

Lawinenabgang (egal, ob gesehen oder nicht gesehen):

- Situationsbedingten Notruf mind. 25 Meter vom aktiven Geschehen absetzen

- Wenn Gruppe: Person, die den Notruf abgesetzt hat bleibt mind. 25 Meter von der Lawine entfernt (aufgrund Signalstörungen durch das Handy, behält Situation im Überblick, positioniert geschockte Gruppenmitglieder, kontrolliert Nachlawinengefährdung, weiß wie viele Personen sich im Lawinenkegel befinden, gibt keine Eigenverantwortung ab).

- Wenn kein Notruf möglich: Standort wechseln und Empfang suchen (meist an Kuppen und nahe der Zivilisation), Erreichbarkeit sicherstellen.

- Notrufnummern

Europäischer Notruf: 112

Bergrettung Bayern: 112

Bergrettung Österreich: 140

Bergrettung Italien: 118

- Alleinig die Person, welche den Notruf abgesetzt hat, lässt das Handy an

- Alle anderen Handys werden ausgeschalten

- Alle nicht suchenden LVS-Geräte werden ausgeschalten

- Alle Beteiligten bewahren Ruhe und folgen den Anweisungen des Leiters

- Gefahreneinschätzung – droht der Abgang einer Nachlawine?

- Rolleneinteilung einhalten

Was bedeutet situationsbedingter Notruf? Ist man zu zweit unterwegs, sucht man zuerst die verschüttete Person. Erst dann setzt man einen Notruf ab. Jede Minute zählt! Ist man als Gruppe unterwegs, welche groß genug ist und gleichzeitig mit der Suche beginnen kann, wird der Notruf von EINEM Gruppenmitglied sofort abgesetzt. Bedenkt, dass ein Verschütteter bei guten Bedingungen acht Minuten ohne Komplikationen überstehen kann!

Trotz diesen heiklen Themas wünschen wir euch eine erlebnisreiche Zeit in den Bergen und eine entspannte Auszeit in unseren gemütlichen Berghütten.

Euer Team von Berghütten Moser