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Berghütten

Blogartikel: Lawinen- und Schneekunde



Lawinen- und Schneekunde

12.02.2020

So schön der glitzernde Schnee an einem sonnigen Tag in den Bergen auch ist, birgt er doch Gefahr. Gerade beim Winterbergsteigen ist Vorsicht geboten, denn von jetzt auf gleich kann es zu bedrohlichen Situationen kommen. Auslöser sind hierfür Lawinen, welche schnell zu einer Lebensgefahr werden können.

Doch wie entstehen Lawinen?

Während unterschiedlichen Niederschlagszeiträumen lagert sich fallender Schnee in Schichten ab. Diese besitzen aufgrund von meteorologischen Einflüssen (z.B. Sonneneinstrahlung, Winderosion, Regen) unterschiedliche Eigenschaften. Manche Schichten weisen beispielsweise eine starke, andere hingegen eine poröse Struktur auf. Hierdurch entsteht eine ungleiche Bindung der Schichten, welche auch als Schwachschicht bezeichnet wird. Bei Überlastung, beispielsweise bei viel Neuschnee, kann ein Riss zwischen der Schwachschicht und dem restlichen Schneedeckenaufbau entstehen. Dies wiederum führt zum Abrutschen teils enorm großer Schneemassen. Neuschnee wäre in diesem Fall ein natürlicher Auslöser (Ursache für ca. zehn Prozent der Lawinenabgänge). Ca. neunzig Prozent der Lawinen werden durch externe Auslöser wie Variantenskifahrer, Skitourengeher, Schneeschuhwanderer oder Winterwanderer verursacht.

Welche sind die wichtigsten Lawinentypen für Wintersportler?

Schneebrettlawine

- Für Wintersportler am gefährlichsten

- Wird immer ausgelöst

- Kann auch an flachen Hängen ausgelöst werden

- Großflächiges Abgleiten der obersten Schneeschicht auf einer tieferen Schicht

- Vier Schritte einer Schneebrettlawine:

1. Auslöser/Initialbruch

2. Bruchfortpflanzung

3. Großflächige Bruchausbreitung

4. Abgleiten eines Schneebretts

Lockerschneelawine

- Geringe Verschüttungsgefahr aber Mitreißgefahr und Absturzgefahr

- Oberflächlich lockerer, bindungsarmer Schnee

- Beginnt an einem Punkt und breitet sich kegelförmig nach unten aus

- Rutscht nach unten und reißt fortlaufend weiteren Schnee mit

Gleitschneelawine

- Nur Selbstauslösungen, kann nicht gesprengt werden

- Bodenoberfläche muss glatt sein (z.B. bei Wiesen oder Felsplatten)

- Typisch sind Fischmäuler: Zugrisse durch die ganze Schneedecke hindurch

- Linienförmiger Anriss

- Abgleiten einer ganzen Schneetafel aufgrund ungenügender Haftreibung am Boden

Welche Vorsichtsmaßnahmen können getroffen werden?

- Lawinenlagebericht vor Unternehmung lesen und Gefahrenpotential abwägen

- Faktorencheck

- Sorgfältige Tourenplanung

- SnowCard einsetzen

- Kleine Gruppen bilden

- Entlastungsabstände einhalten

- Sicheren Wartepunkt wählen (nicht am Hangfuß, bestenfalls „ums Eck“)

- Einzeln Abfahren

- Einzeln Gehen

Damit ein Tag abseits des Pistenrummels weiterhin ein positives Erlebnis bleibt, sollte sich jeder Bergsportler mit den besonderen Bedingungen eines winterlichen Gebirges auseinandersetzen. Schätzt man die Gefahr richtig ein, kann man die Einsamkeit der Berge mit knirschendem Schnee und strahlend blauem Himmel wunderbar genießen.

Nach einem Tag an der frischen Luft freut man sich umso mehr auf einen gemütlichen Abend in einer unserer Hütten. Herzhafte Schmankerl, ein guter Wein und loderndes Kaminfeuer - was will man mehr!

Euer Team von Berghütten Moser